Samstag, 28. Februar 2009

Spielzeuge für’s erste Lebensjahr

Für seine Spiele braucht das Kind im ersten Jahr nicht viel. Im Wesentlichen sollte es ein überschaubares Angebot aus folgenden Dingen sein:

Etwas zum Schauen, etwa bewegliche bunte Mobiles, Bilder und Bilderbücher, Handpuppen, Kukuck-Spiele

Etwas zum Anfassen und Befühlen für die taktilen Sinneserfahrungen; Dinge, die das Baby auch mit dem Mund erforschen darf

Etwas zum Schmusen und Gernhaben. Auch die Kleinsten gewöhnen sich an einen plüschigen Gefährten, fühlen sich mit ihm wohl – besonders wenn er ihren eigenen Geruch annimmt.

Etwas zum Hören, etwa Musik oder Klangspiele, einfache Instrumente

Etwas für die Motorik, wie Bälle, Ballons, Bauklötze, Becher, Schachteln, Dosen, Steckspiele, Wasser, unbedrucktes Papier

Etwas mit Effekten (reaktives Spielzeug), wie Rassel, Trommel, Knöpfe, Schalter, Lichter.

Quelle: www.kindundgesundheit.de

Wenn du folgende Vorschläge befolgst, wird das Spielen zum vollen Erfolg für Eltern und Kinder.

1. Wenn eine Shoppingtour ansteht, vorher überlegen was man dem kleinen Menschen kaufen möchte? Denn die Auswahl ist riesig und meist fühlt man sich von dem Angebot erschlagen.
Oder einen kleinen individuellen Spielwarenladen besuchen und sich dort altersgerecht beraten lassen.

2. Darauf achten, dass im Kinderspielzeug keine schädlichen Stoffe, wie Weichmacher enthalten sind. (wird meistens ausgewiesen) Verlässliche Prüfzeichen sind TÜV-, GS-, und CE-Siegel. Und auch darauf achten, dass es sich um altergerechtes Spielzeug handelt, wo keine Kleinteile etc. abgehen können.

3. Zum Geburtstag oder Weihnachten mit dem Partner einen Wunschzettel für das Kind ausdenken und dann an die Verwandtschaft kommunizieren, so gehst du sicher, dass es keine Doppelgeschenke gibt oder das dir die Geschenke nicht gefallen oder sie für dein Baby nicht sinnvoll sind. Die Geschmäcker und Ansprüche sind ja auch verschieden ;-).

4. Da die meisten Kids sowieso zu viel Spielzeug im Schrank haben, empfiehlt sich das Motto: Weniger ist mehr! Lieber wenige sinnvolle und abwechslungsreiche Spielsachen, mit denen sich das Kind lange beschäftigen kann. Als zu viele mit denen das Kind nur kurzfristig spielt. Da sich Kinder noch nicht richtig entscheiden können, fällt dann die Entscheidung immer wieder auf die gleichen Spielsachen.

5. Das Angebot an Spielsachen im Kinderzimmer überschaubar halten, d.h. einige Spielsachen ruhig für eine gewisse Zeit aussortieren und im Keller oder so verstecken. Somit hast du immer mehr Platz im Kinderzimmer und das Kind freut sich, wenn es nach einer Weile wieder ein vermeintlich neues Spielzeug entdecken kann.

Donnerstag, 26. Februar 2009

Kinder wollen getragen werden

Woher kommt das Tragen?

Die menschlichen Nachkommen gelten als physiologische Frühgeburt. Babys kommen unreif zur Welt, weil das weibliche Becken so schmal sein muss, damit wir aufrecht laufen können, der kindliche Kopf aber wegen unserer Intelligenzentwicklung so groß ist. Also gebären wir nach 40 Wochen Tragzeit Säuglinge, die symbiotisch mit der Mutter verbunden bleiben, bis mit einem Jahr die Selbständigkeit beginnt. In dieser Zeit gilt der Mensch als Tragling, ohne eigenes Vermögen, sich festzuhalten. Diese extrauterine Tragezeit wird seit Hunderttausenden von Jahren durch Tragehilfen ermöglicht. Erst um 1850 kam der Kinderwagen in Europa als Transportmittel ins Spiel. Heutzutage besinnen sich immer mehr junge Eltern auf die natürliche eise, ein Baby zu transportieren.

Quelle: www.familienhandbuch.de

40 Wochen im Bauch und immer im Rhythmus der Mama… Kaum auf der Welt, soll diese Nähe und Geborgenheit schon wieder entzogen werden. Und Kinder sollen lernen allein zu sein, in ihrem Zimmer, in ihrem Kinderwagen, in ihrem Bett…

Wir “emp”finden das Tragen sehr wichtig, deshalb haben wir hier unsere Erfahrungen und alle nützlichen Informationen kurz und bündig zusammengestellt.

* Welche Tragehilfen gibt es?
* Worin liegen die Unterschiede und welchen Nutzen haben sie?
* Ab wann kann ich mein Kind tragen?
* Welche Tragestellung ist für mich geeignet?
* Praktische Anleitung und Anwendung der Tragehilfen, inkl. Videoanleitung
* Welche Tragestellung ist positiv für mein Kind?
* Wo kann ich das “Tragen” lernen?
* Wo kann ich Tragehilfen erwerben?

Viele Studien belegen die positiven Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Bindung, außerdem wird die Entwicklung der Wirbelsäule und der kindlichen Hüftgelenke durch die besondere Tragestellung begünstigt.

Am besten ist natürlich eine Freundin, die Euch eine Tragehilfe zeigen oder auch ausleihen kann. Ich hatte das Glück, dass mir meine Freundin ein Didymos-Tuch geliehen hat.
Wir haben das Tuch sehr gern genutzt, gerade in der Anfangsphase täglich. Unsere Tochter hat darin wunderbar geschlafen und wir konnten das Tuch aufgrund der Länge auch beide gut nutzen. (6m) Dies sollte man vor dem Kauf beachten, da Männer nur die längeren Tücher verwenden können und auch nicht alle Bindetechniken mit den kürzeren Tüchern möglich sind.
Auch in der Schmuddeljahreszeit ist so ein Tuch sehr angenehm, da man die Kleinen immer bei sich hat und gut wärmen kann. Man selber wird auch mit gewärmt ;-).
Ideal auch zum Shoppen oder für Behördengänge, man hat das Baby nah bei sich und ist in öffentlichen Verkehrsmitteln flexibel und steht nicht immer im Weg.

Was spricht für das Tragen?

* Das Baby erlebt seine Lebenswelt auch nach der Geburt als von körperlicher und seelischer Bindung geprägt - in dem Sinne: “Ich bin deine Mutter/dein Vater, ich halte dich in Liebe, auch wenn es dir nicht immer gut geht”.

* Die Wahrnehmung wird gefördert (Gleichgewichtsorgane, taktile Sensibilität, Gesichtskreiserweiterung).

* Die Entwicklung des Skeletts und des Bewegungsapparates wird durch Muskelstimulation und adäquate Haltung unterstützt - zur gesunden Entwicklung des Hüftgelenkes und der Wirbelsäule, deren Doppel-S sich durch Kräftigung der Hals- und Lendenbereiche im ersten Lebensjahr herausbildet.

* Die gesunde Entwicklung der Frustrationstoleranz wird gefördert, denn Umweltreize werden genutzt bzw. ausgeblendet, je nach den momentanen Bedürfnissen des Kindes.

* Die durch das Tragen gewonnene Flexibilität und Mobilität ermöglichen der Trägerin/dem Träger die beinahe ungestörte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben (z.B. Unabhängigkeit von der üblicherweise benötigten Hilfe bei Kinderwagentransport in Bahnen und Bussen oder Treppen).

* Tragekinder entwickeln sich schneller, sind ruhiger und zufriedener - dürfen sich aber auch unzufrieden zeigen, ohne Angst, abgelehnt zu werden.

Welche Tragehilfen gibt es?


Tragebeutel, Tragesäcke wie zum Beispiel der Baby Björn sind laut Hebamme ab dem 3. Monat geeignet oder wenn das Baby sein Köpfchen selbst halten kann.
Den Ergo Carrier mit Neugeboreneneinlage kannst Du auch direkt nach der Geburt verwenden.

Vorteile bei Trage-Tüchern:

* Es passt sich stufenlos dem wachsenden Baby an, kann also von der 1. Woche bis zu 3 Jahren genutzt werden!
* Es kann durch verschiedene Bindevarianten unterschiedliche Bedürfnisse der Trägerin/des Trägers berücksichtigen.
* Die empfohlenen Bindevarianten kommen der Anatomie des Babys zugute (z.B.: breit im Hüftbereich, Blickkontakt oder Schlafsicherheit durch einfaches “Zuziehen”).
* Man kann das Stoffteil nach der Tragezeit anderweitig verwenden (z.B. als Hängematte)
* Andere Tragehilfen, z.B. Säcke, Gestelle oder Tragesitze, haben diese Vorteile nicht. Einige Ausführungen sind weder für Träger/in noch Kind angenehm. Auch Tragefehler passieren leichter.

Bitte beachten:

* Das Tragetuch sollte immer fest gebunden sein. Durch die besondere Webtechnik dehnt sich das Tuch nur wenig - und wenn, dann nach allen Richtungen gleichmäßig.
* Die Tragezeit sollte zusammenhängend 4 Stunden nicht überschreiten und nicht mehr als die Hälfte des Tages dauern, wegen der körperlichen Belastung für die Trägerin/den Träger. Also abwechseln! Geschwister, Omas, Tanten einbeziehen!
* Wechsel zwischen Abstand und Nähe: nicht tragen, um des Tragens willen (!), eigene Belastungsgrenzen beachten.
* Bei Tragebeginn Ausdauer zeigen und innerlich sicher sein, das Richtige zu tun (In der Dritten Welt haben die Babys auch keine Wahl, ob sie getragen werden wollen!).
* Das Baby braucht im Tragetuch unter der Jacke des Trägers/ der Trägerin keine “Sachen für Draußen”, außer an Füßen und Kopf. Wird es auf dem Rücken getragen, sollte jedoch auf angemessene Kleidung geachtet werden. Die Kinder sind an keinem anderen Ort so warm aufgehoben wie am Körper.

Quelle: www.familienhandbuch.de

Links zum Thema Tragen:

Tragehilfen

www.newnativebaby.de
www.glueckskaefer.de
www.weego.de (auch ein Modell für Zwillinge erhältlich)
www.ergocarrier.de

Tragetücher

www.didimos.de
(inkl. aller Tragevarianten und Anleitung)
www.bebina.de
www.lotties.de
www.hoppediz.de

Leihservice

www.tragemaus.de
www.steffis-storchennest.de
www.didimos.de - gegen eine Gebühr von EUR 17,- (+ 4,50 Porto) kannst du das Babytragetuch für zwei Wochen Ausprobieren.

Wo kann ich das “Tragen” lernen?

In Berlin und Umgebung gibt es viele Angebote für Tragetuch-Kurse, z.B. in verschiedenen Geburtshäusern, Krankenhäusern oder Hebammenpraxen.
Die Familienzeitschrift KidsGo listet in ihrem Heft alle 3 Monate alle Veranstaltungen dieser Art auf.
Online-Ratgeber und Hilfe:

www.stillen-und-tragen.de
www.trageschule-dresden.de

Auf Eltern.de gibt es Videos zu den Bindeweisen “Wiege”, “Wickelkreuztrage” und “Kraxe”.
Literatur:

Kirkilionis, E.: Der menschliche Säugling als Tragling. Dissertation, 1989
Kirkilionis, E.: Ein Baby will getragen sein. Alles über geeignete Tragehilfen und die Vorteile des Tragens. München: Kösel 1999